Süße Nudelgerichte
Drei klassische süße Nudelgerichte: Mohnnudeln, Schupfnudeln mit Zimt-Zucker und süßer Nudelauflauf.
Süße Nudelgerichte sind ein fester Bestandteil der österreichischen, bayerischen und böhmischen Küche – und gelten dort traditionell als vollwertige Hauptspeise, nicht als Dessert. Ob buttrige Mohnnudeln, goldbraune Schupfnudeln mit Zimt-Zucker oder cremiger Nudelauflauf: Diese Gerichte verbinden Kindheitserinnerungen mit rustikaler Hausmannskost.
Zubereitung
- Rezept 1 – Mohnnudeln: Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen und die Bandnudeln nach Packungsangabe al dente kochen, dann abgießen und kurz abtropfen lassen.
- Den Mohn in einem Mörser oder einer Kaffeemühle frisch mahlen und in einer großen Pfanne mit der Butter bei mittlerer Hitze 1 Min. leicht erwärmen, bis er duftet.
- Die abgetropften Nudeln in die Pfanne geben, sorgfältig mit dem Mohn-Butter-Gemisch schwenken und mit Puderzucker bestäuben. Sofort servieren.
- Rezept 2 – Schupfnudeln mit Zimt-Zucker: Die Gnocchi (als Schupfnudeln-Ersatz oder selbst hergestellt) in einer beschichteten Pfanne mit Butter bei mittlerer bis hoher Hitze rundum 4–5 Min. goldbraun anbraten.
- Zucker und Zimt in einer kleinen Schüssel mischen, über die gebräunten Schupfnudeln streuen, kurz durchschwenken und sofort servieren.
- Rezept 3 – Süßer Nudelauflauf: Den Backofen auf 170 °C Umluft vorheizen. Die Bandnudeln in Salzwasser bissfest (al dente) kochen, abgießen und in eine gefettete Auflaufform geben.
- Eier, Milch, Sauerrahm, Zucker, Vanillezucker und eine Prise Salz in einer Schüssel glatt verquirlen und gleichmäßig über die Nudeln gießen.
- Butterflocken auf der Oberfläche verteilen und den Auflauf im vorgeheizten Ofen 30–35 Min. backen, bis die Oberfläche goldbraun und die Masse gestockt ist.
- Den Auflauf 5 Min. ruhen lassen, dann in Stücke schneiden und mit Puderzucker bestäubt servieren.
Hintergründe & Tipps
Herkunft und Tradition
Süße Nudeln sind ein Erbe der k. u. k. Monarchie. In Österreich, Böhmen, Bayern und Ungarn wurden Mehlspeisen – also süße Gerichte auf Mehlbasis – jahrhundertelang als eigenständige Hauptmahlzeit serviert. Mohnnudeln (Mákosguba auf Ungarisch, Makové nudle auf Tschechisch) zählen zu den ältesten dokumentierten Mehlspeisen des mitteleuropäischen Raums. Schupfnudeln, auch Bubespitzle, Fingernudeln oder Baunzen genannt, stammen aus dem süddeutsch-österreichischen Raum und wurden je nach Jahreszeit sowohl herzhaft als auch süß zubereitet. Der süße Nudelauflauf hingegen war ein klassisches Resteessen: Übrig gebliebene Bandnudeln wurden mit Ei, Milch und Zucker zu einem ofenfrischen Auflauf verarbeitet.
Wissenswertes zu den Zutaten
Für Mohnnudeln ist frisch gemahlener Mohn entscheidend – fertig gemahlener Mohn aus dem Supermarkt verliert rasch an Aroma und kann ranzig schmecken. Idealerweise mahlen Sie den Mohn kurz vor der Zubereitung in einem Mörser oder einer Kaffeemühle. Butter sollte in allen drei Rezepten von guter Qualität sein, da sie geschmacklich dominiert. Beim Nudelauflauf sorgt Sauerrahm oder Crème fraîche für eine angenehme Frische und verhindert, dass der Auflauf zu trocken wird.
Serviervorschläge und Variationen
Mohnnudeln schmecken heiß direkt aus der Pfanne am besten – etwas Puderzucker obenauf ist Pflicht, ein Klecks Sauerrahm dazu ist in der österreichischen Tradition verbreitet. Schupfnudeln mit Zimt-Zucker lassen sich hervorragend mit einer Kugel Vanilleeis oder mit Apfelmus kombinieren. Der süße Nudelauflauf kann mit Rosinen, klein gewürfelten Äpfeln oder Zwetschgen bereichert werden. Wer es besonders fein mag, verfeinert ihn mit einem Schuss Rum im Ei-Milch-Gemisch.
Häufige Fehler vermeiden
Der größte Fehler bei Mohnnudeln ist zu wenig Butter: Die Nudeln müssen großzügig geschwenkt werden, damit der Mohn gleichmäßig haftet. Bei Schupfnudeln aus dem Teig sollte man nicht zu viel Mehl einarbeiten – der Teig darf weich bleiben, sonst werden die Nudeln zu kompakt. Beim Nudelauflauf ist die Backzeit kritisch: Bei zu hoher Temperatur trocknet er aus; 170 °C Umluft für 30–35 Minuten ist der bewährte Richtwert. Außerdem sollten die Nudeln für den Auflauf immer leicht al dente vorgekocht sein, da sie im Ofen noch nachgaren.
Nährwerte pro Portion (Basis: 4 P)
| Energie | 580 kcal |
| Protein | 16 g |
| Kohlenhydrate | 78 g |
| Fett | 22 g |
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