Grundsätzlich ja — Nudeln können im Schnellkochtopf und in Druckstufen-fähigen Multigeräten (z. B. Instant Pot, Reiskocher mit Druckfunktion) gegart werden. Der erhöhte Druck im Topf hebt den Siedepunkt des Wassers auf etwa 119–121 °C, wodurch Stärke in der Pasta schneller aufquillt und gegart wird. Die Druckgarzeit liegt typischerweise bei 1–4 Minuten, abhängig von der Pastasorte und dem gewünschten Garpunkt.
Wichtig: Im Schnellkochtopf wird nicht in sprudelndem Wasser gekocht, sondern unter Dampfdruck bei erhöhter Temperatur. Die Pasta liegt dabei teilweise über Wasser — ausreichend Flüssigkeit ist dennoch Pflicht, damit kein Dampfmangel entsteht und der Druckaufbau funktioniert.
Zeitkorrektur: Packungsangabe als Ausgangspunkt
Die Druckgarzeit berechnet sich aus der normalen Kochzeit auf der Packung. Als bewährte Formel gilt:
Packungsangabe in Minuten halbieren
Ergebnis auf ganze Minuten abrunden
Minimum: 1 Minute unter Druck
Hinzu kommt die Zeit für den Druckaufbau (ca. 5–10 Minuten je nach Gerät und Füllmenge) und die Druckablasszeit. Für den Garpunkt ist der schnelle Druckablauf (Quick Release) zu bevorzugen, da Nudeln sonst durch die Resthitze nachgaren und zu weich werden.
Pastasorte
Packungsangabe (Herd)
Druckgarzeit
Spaghetti (gebrochen)
9–11 Min.
4–5 Min.
Penne / Rigatoni
10–12 Min.
5–6 Min.
Fusilli
8–10 Min.
4 Min.
Farfalle
10–12 Min.
5 Min.
Kleine Suppennudeln
4–6 Min.
1–2 Min.
Nudeln aus Hülsenfrüchten
7–9 Min.
3–4 Min.
Die Angaben sind Richtwerte. Jedes Gerät verhält sich leicht unterschiedlich — beim ersten Versuch empfiehlt sich ein Test mit einer kleinen Menge, bevor man die Methode für größere Portionen einsetzt.
Wasser- und Salzmenge im Schnellkochtopf
Für den Schnellkochtopf gilt eine andere Wasserregel als auf dem Herd. Da das Wasser kaum verdampft, reicht eine geringere Menge: ca. 400–600 ml pro 100 g Trockenpasta. Das Wasser sollte die Nudeln knapp bedecken. Zu viel Wasser verlängert die Druckaufbauzeit unnötig; zu wenig Wasser kann den Drucksensor beeinträchtigen oder zum Anbrennen führen.
Salz wird wie gewohnt zugegeben — Richtwert 8–10 g pro Liter Kochwasser. Da weniger Wasser verwendet wird, fällt die absolute Salzmenge geringer aus als beim klassischen Herdherd-Kochen; das Verhältnis zum Wasser bleibt gleich.
Öl ins Kochwasser ist auch hier nicht empfehlenswert: Es mindert die Saucenhaftung der Nudeln und verändert die Schaumdynamik im Inneren des Topfs, was den Dampfauslass belasten kann.
Grenzen der Methode: Wann der Schnellkochtopf nicht geeignet ist
Schaumbildung und Ventilblockade
Pasta gibt beim Garen Stärke ab und erzeugt Schaum. Im Schnellkochtopf kann dieser Schaum das Dampfventil verstopfen — ein potenzielles Sicherheitsrisiko. Das Risiko steigt mit der Wassermenge, der Pastamenge und dem Stärkegehalt der Sorte. Gegenmaßnahmen:
Maximal die Hälfte des Topfinhaltsvolumens befüllen (Pasta + Wasser)
Einen Schuss Speiseöl (ca. 1 TL pro Liter) ins Wasser geben, um Schaumbildung zu reduzieren — hier ist Öl ausnahmsweise sinnvoll, nicht als Klebebremse, sondern als Schaumhemmer
Keine sehr kleinen Nudelformen wie Kritharaki oder Stelline in großer Menge — diese können leicht ins Ventil gelangen
Lange und dünne Nudeln
Lange Pasta wie Spaghetti oder Linguine muss gebrochen werden, damit sie in den Topf passt. Ganze Stränge lassen sich nicht sicher unter Druck garen, da sie sich ungleichmäßig verteilen und am Topfboden ansetzen können.
Frische und gefüllte Pasta
Frische Pasta (z. B. Tagliatelle frisch) und gefüllte Pasta (Tortellini, Ravioli) sind für den Schnellkochtopf nicht geeignet. Die Garzeiten sind so kurz (1–3 Minuten auf dem Herd), dass der Druckaufbau länger dauert als der eigentliche Garvorgang. Zudem kann die Füllung bei gefüllter Pasta platzen. Für diese Sorten bleibt der klassische Topf mit reichlich kochendem Wasser die bessere Wahl.
Sicherheitshinweise beim Druckgaren von Pasta
Der Umgang mit Schnellkochtöpfen erfordert grundsätzliche Sorgfalt. Für das Pastakochen gelten zusätzlich folgende Punkte:
Füllmenge beachten: Niemals über die maximale Füllmarkierung befüllen — bei schaumbildenden Lebensmitteln wie Pasta gilt die niedrigere ½-Markierung.
Ventil vor und nach dem Garen prüfen: Stärkerückstände können das Ventil verstopfen. Nach jedem Einsatz reinigen.
Quick Release verwenden: Schnelles Ablassen des Drucks direkt nach Ende der Garzeit verhindert Übergaren. Beim manuellen Ablassen Abstand zur Dampfwolke halten — Verbrennungsgefahr.
Dichtungsring kontrollieren: Bei Stärkeablagerungen regelmäßig reinigen; ein beschädigter Ring verhindert korrekten Druckaufbau.
Geräteanleitung vorrangig: Herstellerspezifische Hinweise haben Vorrang vor allgemeinen Richtwerten — Geräte unterscheiden sich in Druckstufen und Ventilkonstruktion erheblich.
Schritt-für-Schritt: Nudeln im Schnellkochtopf richtig garen
Wasser abmessen: 400–600 ml pro 100 g Trockenpasta.
Salz zugeben: 8–10 g pro Liter Wasser, ggf. 1 TL Öl als Schaumhemmer.
Lange Pasta brechen; Füllmenge auf maximal halbes Topfvolumen begrenzen.
Deckel schließen, Ventil auf Druckposition stellen.
Auf hoher Stufe Druck aufbauen lassen (ca. 5–10 Minuten).
Sobald voller Druck erreicht ist, Garzeit starten: halbe Packungsangabe, mindestens 1 Minute.
Nach Ende der Garzeit sofort Quick Release auslösen — Abstand halten.
Deckel erst öffnen, wenn Druck vollständig abgebaut ist.
Pasta sofort aus dem Topf nehmen oder mit Sauce vermengen — im Restwasser gart sie weiter.
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